Organisation
Notfallordner: Diese Dokumente gehören hinein
Was gehört in einen Notfallordner? Checkliste mit allen wichtigen Dokumenten – von Vorsorgevollmacht bis Zugangsdaten – und Tipps zur sicheren Aufbewahrung.

Ein Unfall, eine plötzliche Erkrankung oder ein Todesfall – im Ernstfall müssen Angehörige schnell handeln. Dann stellen sich Fragen, auf die oft niemand eine Antwort hat: Wer darf Entscheidungen treffen? Bei welcher Bank gibt es Konten? Welche Versicherungen bestehen? Ein Notfallordner beantwortet genau diese Fragen.
Was ist ein Notfallordner?
Ein Notfallordner ist eine geordnete Sammlung aller Dokumente und Informationen, die Ihre Angehörigen brauchen, wenn Sie selbst nicht mehr handeln können. Er schützt nicht nur Ihre Wünsche, sondern entlastet auch die Menschen, die Ihnen am nächsten stehen.
Checkliste: Diese Dokumente gehören in den Notfallordner
1. Persönliche Dokumente
- Kopie von Personalausweis oder Reisepass
- Geburtsurkunde, gegebenenfalls Heirats- oder Scheidungsurkunde
- Steuer-Identifikationsnummer und Rentenversicherungsnummer
- Krankenversicherungskarte (Kopie)
2. Vollmachten und Verfügungen
- Vorsorgevollmacht: Wer darf für Sie handeln, wenn Sie es nicht mehr können?
- Patientenverfügung: Welche medizinischen Maßnahmen wünschen Sie, welche nicht?
- Betreuungsverfügung: Wer soll vom Gericht als Betreuer eingesetzt werden, falls nötig?
- Bankvollmachten: Viele Banken verlangen eigene Vollmachtsformulare
3. Testament und Erbe
- Kopie des Testaments und Hinweis auf den Ort des Originals
- Gegebenenfalls Erbvertrag
- Hinweis auf amtliche Verwahrung beim Amtsgericht
4. Gesundheit
- Liste Ihrer Ärztinnen und Ärzte
- Aktueller Medikamentenplan, Allergien, Vorerkrankungen
- Organspendeausweis oder Hinweis auf Eintrag im Organspende-Register
- Impfpass, Implantat- oder Allergieausweis
5. Finanzen
- Übersicht aller Konten und Depots mit Bank und Kontonummer
- Kredite und Verbindlichkeiten
- Immobilien: Grundbuchauszug, Kauf- oder Mietverträge
- Altersvorsorge: Rentenbescheide, betriebliche und private Rentenversicherungen
6. Versicherungen
- Krankenversicherung, Pflegeversicherung
- Lebens- und Risikolebensversicherung, Sterbegeldversicherung
- Haftpflicht, Hausrat, Kfz, Rechtsschutz, Berufsunfähigkeit
7. Verträge und Abos
- Mietvertrag, Strom, Gas, Internet, Mobilfunk
- Zeitungen, Streaming-Dienste, Vereinsmitgliedschaften, Fitnessstudio
8. Digitale Zugänge
- Liste Ihrer wichtigsten Online-Konten: E-Mail, Online-Banking, Cloud, soziale Netzwerke
- Hinweis, wie Ihre Vertrauensperson an Zugangsdaten gelangt, etwa über einen Passwort-Manager mit Notfallzugang
- Entsperrcode oder Hinweis zum Smartphone
9. Wichtige Kontakte
- Angehörige und Vertrauenspersonen
- Hausärztin oder Hausarzt, Steuerberatung, Notariat, Anwältin oder Anwalt
- Arbeitgeber, Vermieter
- Betreuung von Haustieren
10. Persönliche Wünsche
- Wünsche zur Bestattung: Art, Ort, Ablauf
- Bestehender Bestattungsvorsorgevertrag
- Persönliche Botschaften an Ihre Liebsten
Papier oder digital – was ist besser?
Beides hat seine Berechtigung:
- Papier brauchen Sie für Originale, die Bevollmächtigte vorlegen müssen. Vor allem die Vorsorgevollmacht wird von Banken und Behörden in der Regel im Original verlangt.
- Digital eignet sich für Übersichten, Zugangsdaten und Wünsche. Digitale Unterlagen lassen sich leicht aktualisieren und sind im Ernstfall auch von unterwegs erreichbar.
Die beste Lösung ist eine Kombination: Originale sicher zu Hause, alle Informationen und Übersichten digital und geschützt.
Wo bewahre ich den Notfallordner auf?
- Sicher, aber erreichbar: zu Hause an einem festen Ort, etwa im Arbeitszimmer oder in einer feuerfesten Kassette
- Nicht im Bankschließfach: Angehörige haben im Ernstfall oft keinen sofortigen Zugang
- Bekannt machen: Ihre Vertrauenspersonen müssen wissen, wo der Ordner liegt
- Aktuell halten: einmal im Jahr durchsehen und nach jeder größeren Veränderung
Wie Coraia Ihren Notfallordner ergänzt
Coraia ist Ihr digitaler Notfallordner. In sechs Bereichen erfassen Sie digitale Konten, Verträge, Finanzen, wichtige Dokumente, letzte Wünsche und Vertrauenspersonen. Sensible Angaben werden verschlüsselt gespeichert. Ihre Vertrauenspersonen erhalten im Ernstfall nach Prüfung Zugriff auf die Bereiche, die Sie freigegeben haben. Ihre Notfallmappe können Sie außerdem jederzeit als PDF exportieren und ausgedruckt zu Ihren Originalen legen.
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Häufige Fragen
Was ist ein Notfallordner?
Ein Notfallordner ist eine geordnete Sammlung aller wichtigen Dokumente und Informationen, die Angehörige oder Bevollmächtigte im Krankheits- oder Todesfall benötigen. Er kann aus Papier, digital oder eine Kombination aus beidem sein.
Gehört das Testament in den Notfallordner?
Eine Kopie und der Hinweis, wo das Original liegt, ja. Das Original sollte sicher verwahrt werden, am besten in amtlicher Verwahrung beim Amtsgericht. Es wird dann im Zentralen Testamentsregister erfasst und im Todesfall zuverlässig gefunden.
Reicht ein digitaler Notfallordner?
Für Übersichten, Zugangsdaten und Wünsche ist ein digitaler Ordner ideal, weil er sich leicht aktuell halten lässt. Einige Dokumente brauchen Ihre Bevollmächtigten aber im Original auf Papier, etwa die Vorsorgevollmacht gegenüber Banken. Die beste Lösung ist meist eine Kombination.
Wie oft sollte ich den Notfallordner aktualisieren?
Mindestens einmal im Jahr sowie nach größeren Veränderungen wie Umzug, Heirat, neuer Bank, neuen Versicherungen oder einer Änderung Ihrer Wünsche.
Wo bewahre ich den Notfallordner am besten auf?
An einem sicheren, aber zugänglichen Ort zu Hause, den Ihre Vertrauenspersonen kennen. Ein Bankschließfach ist ungeeignet, da Angehörige im Ernstfall oft nicht sofort Zugang haben.


